Der Besuch erfolgte auf Vermittlung der Stiftung Kinder forschen im Rahmen des bundesweiten MINTmachtags, der in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt „Gesundheit“ stand. Die Stiftung verwies die Parlamentarische Staatssekretärin aufgrund ihres Engagements für die MINT-Bildung gezielt an den DRK-Kreisverband Waldshut, Abteilung Soziale Dienste, der mit seinen Einrichtungen immer wieder interessante Projekte zur MINT-Bildung umsetzt. Auf Empfehlung des DRKs wurde auf den Schülerhort verwiesen, der mit seinem Juniorhelfer-Projekt beispielhaft zeigt, wie Kinder bereits im Grundschulalter fürsorgliches Handeln, Erste Hilfe und naturwissenschaftliches Entdecken miteinander verbinden.
Auf dem Schulhof wurden Rita Schwarzelühr-Sutter und ihr Mitarbeiter aus dem Wahlkreisbüro, Valentin Albert, von Michael Guldi, Leiter der Sozialen Dienste des DRK-Kreisverbands Waldshut, Hortleiterin Sabine Maier-Jaerke sowie Schulleiter Henning Zillessen begrüßt. Auch Martin Gruner, Oberbürgermeister der Stadt Waldshut-Tiengen, und Pressesprecherin Verena Pichler nahmen an dem gemeinsamen Austausch teil.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Ganztagsbetreuung an den Tiengener Schulen, Ferienprogramme sowie die vielfältigen Angebote des Schülerhorts. Aufgrund der heterogenen Bevölkerungsstruktur in Tiengen sei der Bedarf an flexiblen Betreuungsangeboten besonders hoch. An der Johann-Peter-Hebel-Schule und der Hans-Thoma-Schule können Familien zwischen Halb- und Ganztagsangeboten wählen. Aktuell besuchen rund 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Hans-Thoma-Schule die Ganztagsbetreuung.
Die Gesprächsteilnehmer machten deutlich, dass der DRK-Schülerhort zahlreiche Bedürfnisse abdeckt, die im regulären Schulalltag oftmals nur eingeschränkt berücksichtigt werden können. Dazu gehören eine frühmorgendliche Betreuung, Hausaufgabenbegleitung, gemeinsame Mahlzeiten und vor allem die Förderung sozialer Kompetenzen. Gerade beim Mittagessen werde deutlich, wie wichtig eine individuelle Begleitung sein könne. Fehle diese Unterstützung, könne dies für einzelne Kinder zu Benachteiligungen führen.
Einen breiten Raum nahm das Thema Inklusion ein. Schulleiter Henning Zillessen schilderte die Herausforderungen, denen Schulen und Betreuungseinrichtungen täglich begegnen. Der steigende Bedarf an Fach- und Betreuungskräften könne vielerorts nicht gedeckt werden. Gleichzeitig seien Jugendämter stark belastet und Antragsverfahren für Familien häufig kompliziert und langwierig. Hinzu komme der Lehrkräftemangel, der dazu führe, dass Lehrkräfte oftmals allein vor großen Klassen stünden und Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf nicht die notwendige Förderung erhielten.
Für Zillessen steht fest: „Es darf auf keinen Fall zu einer Zentralisierung kommen. Kinder müssen entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten gefördert werden.“ Dafür brauche es multiprofessionelle Teams, ausreichend Zeit für den Austausch aller Beteiligten sowie eine koordinierte Steuerung der Unterstützungsangebote innerhalb der Schulen. Die im Schülerhort gewachsenen Strukturen seien hierfür ein gelungenes Beispiel, jedoch längst nicht überall selbstverständlich. Sein Fazit: „Es macht Sinn, alles für ein Kind zu investieren.“
Auch außerschulische Freizeitangebote seien ein wichtiger Baustein gelingender Inklusion. Projekte wie das „Abenteuerland“ des Familienzentrums oder Kooperationen mit der Lebenshilfe zeigten, wie gemeinsames Erleben Barrieren abbauen könne.
Beim anschließenden Rundgang erhielt Rita Schwarzelühr-Sutter einen Einblick in den lebendigen Alltag des DRK-Schülerhorts. Die vielfältigen Lern-, Spiel- und Freizeitbereiche zeigten eindrucksvoll, wie der Hort den Kindern täglich ein zweites Zuhause bietet.
Anschließend stand das Juniorhelfer-Projekt im Mittelpunkt. Im Rahmen des bundesweiten MINTmachtags beschäftigten sich die Hortkinder intensiv mit dem Thema Gesundheit. Dabei lernten sie die Grundlagen der Ersten Hilfe, übernahmen Verantwortung füreinander und bauten spielerisch Berührungsängste im Umgang mit verletzten oder hilfebedürftigen Menschen ab. Gemeinsam mit Hortleiterin Sabine Maier-Jaerke bezogen sechs Kinder Rita Schwarzelühr-Sutter aktiv in ihre Übungen ein. Sie ordneten die Materialien eines Verbandkastens den richtigen Begriffen zu, erklärten deren Verwendung und zeigten anschließend ihr Können beim Anlegen von Verbänden an Kuscheltieren. Zum Abschluss durfte auch Valentin Albert als „Patient“ herhalten und erhielt von den jungen Juniorhelfern fachgerecht ein Fingerkuppenpflaster.
„Mit unserem Juniorhelfer-Projekt vermitteln wir nicht nur Erste Hilfe. Wir fördern Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit – Kompetenzen, die Kinder ein Leben lang begleiten.“ entgegnet Michael Guldi stolz.
Für Rita Schwarzelühr-Sutter bot der Besuch einen anschaulichen Einblick, wie im DRK-Schülerhort Gesundheitsbildung, MINT-Förderung und soziales Lernen Hand in Hand gehen. Das Juniorhelfer-Projekt macht deutlich, dass Kinder bereits früh Verantwortung übernehmen, Hilfsbereitschaft entwickeln und mit Freude lernen können.




