Die Magnitude ist ein Maß für die Stärke von Erdbeben. Das Erdbeben, welches laut Übungsvorgabe Hochrein und Hotzenwald erschütterte, lag bei 6,2 auf der Richterskala und wäre damit ein recht starkes Beben, bei welchem es möglicherweise Todesopfer zu beklagen gibt und schwere Schäden geben kann. Ein Nachbeben verursachte weiteres Chaos und jagte den Menschen am Hochrhein und im Hotzenwald nochmals Schrecken ein. Katastrophenschutzübungen wie diese finden im Abstand von einigen Jahren immer wieder statt. Mit diesen Übungen soll das Zusammenwirken der Einsatzkräfte verschiedener Behörden und Organisationen erprobt werden. Auf diese Weise hofft man Schwachstellen erkennen und korrigieren zu können um vorbereitet zu sein, sollte sich wirklich ein großes Unglück in der hiesigen Region ereignen.
In verschiedenen Gemeinden im westlichen Landkreis waren Schauplätze für Einsätze nach einem starken Erdbeben von den Planern der Katastrophenschutzübung festgelegt worden. Während der Termin für die große Übung bekanntgegeben war, wurden die örtlichen Szenarien bis zuletzt geheim gehalten, damit alles möglichst realistisch ablaufen sollte.
Einige dieser Schauplätze waren: die Firma H.C. Starck (Tankzug zerstört, Chemikalien laufen aus), die neue Andelsbachbrücke (Verletzte müssen abgeseilt werden), in Rickenbach das Autohaus Rieger (Auto von Hebebühne gestürzt, Mechaniker darunter eingeklemmt). Die Einsatzeinheit vom DRK Säckingen und das Technische Hilfswerk (THW) errichteten in Wehr im Ludingarten eine Zeltstadt für Menschen, die durch die Folgen des Erdbebens ihre Wohnung verloren hatten. In der Nähe vom Ludingarten, im Feuerwehrgerätehaus Wehr, war die TEL (Technische Einsatzleitung) stationiert. Von hier aus wurden alle Einsätze koordiniert.
Beobachter von den Hilfsorganisationen, von Polizei und Zoll, von Feuerwehren und Feuerwehrschulen verteilten sich auf die verschiedenen Schauplätze. Auch aus der Schweizer Nachbarschaft waren Beobachter dabei.
Rüdiger Kollenberg vom DRK-Kreisverband Waldshut war als Beobachter in Atdorf, wo laut Übungsvorgabe die Bewohnerinnen und Bewohner im Seniorenheim „Mühle“ durch Feuer und die Gefahr einer Gasexplosion bedroht waren. Die Planer dieses Szenarios hatten sich einige Tücken ausgedacht, welche noch vor der Ankunft am Einsatzort vom DRK zu meistern waren. So wurde eine kleine Gruppe von Menschen in Pyjamas und mit bleich geschminkten Gesichtern den Helfern entgegengeschickt. Diese galt es als orientierungslos und verwirrt umher irrende Erdbebenopfer zu erkennen und entsprechend zu versorgen. Außerdem war auf einer Zufahrt ein Auto quer über die schmale Fahrbahn gestellt worden. Laut Übungsvorgabe brannte dieses Auto und drohte Heuballen zu entzünden, welche durch das Beben in Bewegung geraten waren.
Am Einsatzort angekommen, erwartete die DRK-Helfer von der SEG (Schnelle Einsatzgruppe) Rheinfelden jede Menge Arbeit. Senioren waren inzwischen von der Feuerwehr aus dem brennenden Seniorenheim evakuiert worden. Zu den Aufgaben der Rotkreuzhelfer gehörte es, Verletzungen zu versorgen, kritische Gesundheitszustände durch medizinische Untersuchung zu erkennen und zu behandeln, Transporte ins Krankenhaus oder Auffanglager zu veranlassen und die evakuierten Menschen zu registrieren, damit Anfragen von besorgten Angehörigen beantwortet werden können. Auch dass sie Trost spenden und Sicherheit vermitteln erwarten Menschen in Not von den Frauen und Männern, die beim Deutschen Roten Kreuz im Einsatz sind.